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01.06.2009, 11:00 Uhr
Finissage
Natias Neutert
Die Schnäbel des Staunens füttern

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Die Ausstellung

„Tierisch moralisch“ - Die Welt der Fabel in Orient und Okzident

Wussten Sie, dass das Märchen von „Hase und Igel“ eigentlich eine Fabel ist und Fabeln neben Europa auch im nahen und fernen Osten erzählt werden? Viele der bekannten Fabeln finden sich bereits in der griechischen Antike, reichen noch weiter bis in die Zeit der Sumerer ins 3. Jt. V. Chr. zurück, wurden im Mittelalter reich bebildert dargestellt und sind auch heute sehr beliebt.
Ausgehend von dem Meisterwerk der arabischen Kunstprosa, der Fabel „Kalilia wa Dimna“ zeigt das internationale Ausstellungsprojekt die Charaktereigenschaften von Mensch und Tier sowie die Geisteswelt und Alltagskultur im späten Mittelalter.

Unter anderem steht „Kalila wa-Dimna“ im Mittelpunkt der Ausstellung „Tierisch moralisch“. Die aus dem frühen 14. Jahrhundert, aus dem Jahr 1310, stammende „Kalila wa-Dimna“-Handschrift Cod. Arab. 616 bietet zahlreiche Vorlagen, das mittelalterliche Leben im Orient zu rekonstruieren. Der mit farbigen Federzeichnungen reich illustrierte Kodex gehört zu den kostbarsten arabischen Bilderhandschriften der Zeit um 1300. Diese Fabelsammlung hatte deben den Märchen aus 1001 Nacht, den „Sieben weisen Meistern“ un der „Disciplina clericalis“ des Petrus Alphonsi die stärkste Wirkung auf die Erzählliteratur Europas.

Die Ausstellung fragt anhand ausgewählter europäischer und orientalischer Texte nach dem „Wesen der Fabel“ (Was macht eine Tiergeschichte zur Fabel?). Sie widmet sich den Fabeltieren in Natur und Literatur (Sind Füchse wirklich schlau, Schlangen listig, Esel und Kamele dumm?) und zeigt die Geschichte der Fabel von den Anfängen im 2. Jahrtausend v. Chr. bis zur Gegenwart, von der sumerischen Keiltafel bis zur aktuellen DVD. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei „Kalīla wa-Dimna“ und den Stationen ihres Weges aus dem Orient nach Europa – durch Übertragungen ins Hebräische (12. Jh.), Lateinische (13. Jh.) und schließlich ins Deutsche: Um 1480 übersetzte Antonius von Pforr die arabischen Fabeln in seinem „Bůch der byspel der alten wysen“ und schrieb damit einen „Bestseller“ der damaligen Zeit.